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Blick auf den Mummelsee

Ihr wisst ja schon, ich liebe den Schwarzwald. In erster Linie, weil er meine Heimat, meine Herkunft ist, aber nach einiges Jahren der Abstinenz mittlerweile auch endlich wieder als Ausflugsziel. Zugegeben, während meiner Jugend war mich nichts mehr zuwider als die Natur, das satte Grün und die dunklen Wälder – aber nach einigen Jahren der “Weltenbummelei” und mit einem Leben im Karlsruher “Großstadtdschungel” – oder besser Baustellenlabyrinth – weiß ich die relative Abgeschiedenheit durchaus zu schätzen. Und ja, ich stehe auch auf den Kitsch, die Bollenhüte und das ganze touristische Drumherum – für mich darf es da gerne ein bisschen mehr sein, wenn ich unterwegs bin, bin ich bekennender Ausflügler – mit allem was geht, von der Ansichtskarte bis hin zum Andenkenkitsch. Was früher eine “Landpartie” oder ein “Sonntagsausflug war, heißt heute vielversprechend “Weekend-Break” – aber egal wie man es nennt, tatsächlich ist so ein “Bruch” im Alltagsstress ganz angenehm. Und den kann man – wenn man in Karlsruhe lebt – hervorragend im Schwarzwald verbringen. Unlängst haben wir uns sogar ein Wochenende im Luxushotel am Mummelsee gegönnt, sind viel gewandert, haben “gechillt” – zumindest nennt das Kind es so – und  haben einige meiner Kindheitserinnerungen wieder aufleben lassen.

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Idylle am Mummelsee

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Am Mummelsee

Los ging es von Karlsruhe aus an den Mummelsee, wo wir für eine Nacht unser Quartier aufgeschlagen haben. Die Fahrt auf der A5 dauert eine gute Dreiviertelstunde – ohne Stau, versteht sich. Nach dem Einchecken – das Hotel ist übrigens wirklich empfehlenswert mitsamt Wellnessbereich und Restaurant – habe ich mir erst einmal einen Kindheitstraum erfüllt.

Denn da meine Eltern Nichtschwimmer sind, durfte ich NIE im Mummelsee Tretboot fahren. Da ich schwimmen kann, das Kind und der Engländer auch – musste das natürlich unbedingt auf die “To-Do-Liste”, auch wenn eine halbe Stunde auf dem überschaubar kleinen Mummelsee durchaus lang werden kann. Gewandert sind wir auf die Hornisgrinde – und zwar über den Grindenpfad. Der ist nicht nur für Kinder informativ und nett gestaltet, er gibt Einblicke in Fora, Fauna und Eigenheiten des Hochmoors. Die Aussicht auf dem Gipfel ist – bei schönem Wetter – phänomenal – und da es vom See aus über den Pfad schätzungsweise nur sechs Kilometer sind, ist diese Tour leicht zu schaffen. (Frösche, Rehe, Hasen und Aussichtsturm inklusive)

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Die Hornisgrinde – Blick auf den Aussichtsturm

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Die Aussicht vom Gipfel der Hornisgrinde

Die Gegend bietet mittlerweile Attraktionen für die ganze Familie, senioren- und kinderfreundlich – mit Spielplatz und Kunstpfad – aber auch mit einem dicken Herz für die “Biker”, die die Schwarzwaldhochstraße unsicher machen.

Eine erholsam ruhige Nacht, ein ausgesprochen opulentes Frühstücksbüffet, eine Souvenir-Shoppingtour – und weiter ging es an Tag 2 zur Ruine “Allerheiligen” und den Wasserfällen. Auch so eine Kindheiserinnerung – für mich eines der schönsten Fleckchen Erde überhaupt. Idylle – alles hier brüllt einem dieses fast vergessene Wort entgegen – und romantisch ist es noch dazu.

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Die Klosterruine “Allerheiligen”

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Die Wasserfälle “Allerheiligen”

Nach dem Spaziergang durch die Wasserfälle, die im trockenen Sommer nicht ganz so wild sind aber dennoch sehr sehenswert sind, und einer kleinen kunsthistorischen Lektion für das Kind in der Klosterruine, gab es die obligatorische Schwarzwälderkirschtorte/Eisbecher (quasi als Mittagsimbiss – im (Kurz)Urlaub geht das schon mal).

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Die Klosterruine “Allerheiligen”

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Die Wasserfälle “Allerheiligen”

Nächste Station: Schwarzenbachtalsperre – nicht ganz so blau und voll wie auf den Fotos, aber mit der imposanten Staumauer eigentlich immer einen Ausflug wert. Leider war nix mit Schwimmen und auch das eigens mitgebrachte Schlauchboot musste ob des schleimig-gelben Algenteppichs im Kofferraum bleiben, aber ein Spaziergang über die Staumauer und am Ufer entlang ist eigentlich immer drin. Wer sich für die Geschichte des Sees interessiert, der sollte die Mauer unbedingt überqueren, denn am Uferweg jenseits der Straße hat die ENBW Schautafeln zur Entstehung des Stausees aufgestellt – klein aber fein und in jedem Fall informativ.

Wer einen längeren Ausflug zur Schwarzenbachtalsperre plant, dem sei auch unbedingt der Fußmarsch an den Fuß der Mauer empfohlen – imposant der Blick in die Höhe und auch ein klein wenig gruselig. Immer mal wieder werden auch Führungen in und um die Staumauer angeboten, darüber sollte man sich aber im Internet vorab informieren, meines Wissens muss man sich dafür langfristig anmelden. Gastronomisch ist die Talsperre leider auch diesen Sommer eine Enttäuschung. Das durchaus sehenswerte Hotel-Restaurant hat geschlossen und verfällt langsam vor sich hin, ein Imbiss bietet “Deftiges für Biker” und am Kiosk kann man sich wenigstens mit Eis verpflegen. Wer mehr will, muss ins Tal hinab nach Forbach fahren, dort findet sich einiges an Gastronomie. Über Gernsbach, Gaggenau und Rastatt ging es dann für uns auf der A5 wieder zurück nach Karlsruhe.

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Blick auf die Schwarzenbach-Talsperre von der Staumauer aus

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Die Schwarzenbach-Talsperre vom Parkplatz an der Schwarzwaldhochstraße aus gesehen

Ein netter, kleiner Trip, der sich durchaus auch für einen Tagesausflug lohnt – für die ganze Familie und ganz besonders für Schwarzwald-Fans. Denn was der Verein “Naturpark Nordschwarzwald” dort mittlerweile auf die Beine gestellt hat, ist aller Achtung wert – auch verglichen mit den Angeboten während meiner Kindheit – ein paar Jahrzehnte ist das schon her.

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