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IMG_3808 Ich gehe oft auf Flohmärkte oder in Second Hand Läden – und ich habe Schwäche für Keramik und Porzellan. Seit einiger Zeit werde ich verfolgt von einem ganz besonderen Objekt – mit ganz speziellem Retrocharme – dem Eierteller.

Angefangen hat alles bei der Party einer Freundin – ein Gast brachte fürs Büffet “gefüllte Eier” mit – hübsch angerichtet und fein dekoriert auf – natürlich – einem Eierteller, wie Ihr ihn auf dem Foto sehen könnt. Ich kannte vorher weder das Gericht, noch den eigens dafür erfundenen Anrichteteller.

In einem – von Mutti eerbten – “Partykochbuch” aus den 70ern habe ich dann auch zahlreiche Rezepte gefunden und es stellte sich heraus, dass eigentlich jeder, der einen Gutteil seiner Kindheit in diesem Jahrzehnt verlebt hat, auch irgendwann einmal Kontakt zu “gefüllten Eiern” hatte. Zu Omis Silberhochzeit, an Silvester oder zu Papis Geburtstag – gefüllte Eier waren damals der RENNER – und natürlich durfte in keinem guten, deutschen Haushalt der “Speziel-Servierteller” dafür fehlen. Wie könnte es anders sein, auch Mami hat einen – derzeit verstaubt er allerdings im Keller, in einer Kiste mit der vielsagenden Aufschrift “Krempel”.

Seither begegnen Sie mir überall, auf den Flohmärkten in meiner Heimatstadt, im italienischen Keramiklädchen, im SecondHand-Shop… überall gibt es Eierteller – meist in Form von Gockeln, Hühnern oder natürlich Eiern…. jedesmal muss ich schmunzeln, wenn ich einen sehe, fühle mich fast verdammt dazu, dieses kuriosen Scheußlichkeiten zu sammeln – allerdings legt der Rest der Familie da schon jetzt lautstark Protest ein.

Allerdings habe ich beschlossen, Muttis Eierteller (dunkelgrün, in klassischer Hühnerform) wieder zum Leben zu erwecken – gleichzeitig habe ich sie, meinen “Kochprofi in jeder Lebenslage”, um einen Rezepttipp gebeten. Und obwohl ich immer noch nicht so ganz einsehe, warum man den Dotter aus dem Ei pult, nur um ihn dann wieder kunstvoll rein zu füllen,werde ich gefüllte Eier zubereiten, nur um sie auf meinem (Muttis) Eierteller stilvoll zu servieren. Hart gekochte Eier gehören übrigens nicht zu meinen Lieblingsgerichten, aber das passt schon. Schließlich mag auch niemand so wirklich Dosenananas – es sei denn, sie sind auf einem Toast Hawaii mit durchweichtem Weißbrot, gekochtem Formschinken und Cocktailkirsche verarbeitet – #Foodporn aus den 70ern eben.

Muttis Rezept für gefüllte Eier geht übrigens so: Eier hart kochen, schälen, halbieren, Dotter rausnehmen, die Dotter in einer Schüssel mit Remoulade, Salz, Pfeffer, geschnittenem Schnittlauch, Essig, Frischkäse und klein geschnittenen Champignons (bitte unbedingt aus der Dose, denn das gehört zum authentischen 70er Charme) mischen und mit der Tüller wieder kunstvoll in die Eihälften einfüllen – das alles schick auf dem Eierteller drapieren – am besten mit ein bisschen falschem Kaviar und Kräuselpetersilie – und ab geht die Party!

PS: vegane Versionen dieses Retrotrends gibt es NICHT!
PPS: Lasst uns gefüllte Eier und Eierteller zu einem neuen Hype machen – #shabbyfoodporn

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