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Schaut Ihr Paralympics im Fernsehen? Die meisten Sportfans verneinen diese Frage komischerweise immer noch vehement. Noch immer hängt dem “Behindertensport” ein Hauch von “Dabeisein ist alles” an. Dass aber gerade bei den Paralympics mittlerweile mindestens genauso viel Konkurrenzdenken und Medaillenzwang herrscht wie bei den olympischen Spielen, wollen viele Menschen – und besonders die Sportfans – nicht wahr haben. Behindertensport wird entweder glorifiziert und auf den Sockel der “moralischen Unantastbarkeit” gestellt oder schlicht nicht für voll genommen.

Ist aber natürlich bei den Paralympics lange nicht mehr so, trotzdem werden sie vom 0815-Fernsehzuschauer meist kaum wahrgenommen. Noch “schwieriger” wird es übrigens bei den Special Oympics, den Wettbewerben für Menschen mit geistiger Behinderung – zur Erklärung: bei den Paralympics sind nur Menschen mit körperlichen Einschränkungen am Start. Special Olympics werden oft gar belächelt, sporltiche Qualität sprechen wir den Wettbewerben gerne aus Sicht der “Normalos” und Nichtbehinderten ab.

Weit gefehlt – denn, jeder so, wie er kann und tatsächlich müssen sich Ehrgeiz und Spaß nicht ausschließen. Kinder wissen das noch, Erwachsene vergessen so was gerne. Der Baden-Marathon in Karlsruhe ist in Sachen Inklusion (also der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Wettkampf) ein echten Vorbild. Dieses Jahr wird erstmals ein Inklusionslauf angeboten, bei dem Nichtbehinderte in so genannten Tandems mit Menschen mit (geistiger) Einschränkung laufen. Sechs Kilometer in anderthalb Stunden ist die Vorgabe, das Tolle daran: Gestartet wird in der Günther-Klotz-Anlage, damit die Inkusionsläufer auch in den Genuss kommen, ins Marathonziel an der Messe Karlsruhe einzulaufen.

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Inklusionsteams der Lebenshilfe Karlsruhe

Mit gleich sieben Inklusionsteams ist die Lebenshilfe Karlsruhe, Ettlingen und Umgebung am Start. Ein Interview mit der ÖA-Frau des Vereins, die übrigens auch selbst an den Start geht,  könnt Ihr aktuell bei ka-news lesen. Ich finde die Idee total schön, auch aus sportjournalistischer Sicht, denn ich bin es leid, immer darum kämpfen zu müssen, den Behindertensport auf den Sportseiten zu platzieren. Es ist doch scheißegal, wer unter welchen Umständen zu einem Wettbewerb antritt. Am Ende gibt es Sieger – egal wie viele – und die gehören geehrt und gefeiert. Da ist es nicht von Bedeutung ob wir von einem Weltrekord des Usain Bolt sprechen oder vom Finisher in einem Tandem-Team beim Baden-Marathon.

Ja, es sind “NUR” sechs Kilometer, ja, es geht um “NIX” und trotzedem: Genauso, wie die Paralympics ebensoviel mediale Aufmerksamkeit und Zuschauerinteresse verdient haben, wie die Olympischen Spiele, genauso verdient der Inklusionslauf den gleichen Applaus wie der “echte” Marathon.

Lasst uns doch einfach ALLE Sportler bewunder, die es schaffen, Leistungen zu bringen, die für sie herausragend sind, die tagtäglich ihren “inneren Schweinehund” überwinden, um besser zu werden und dabei Schmerzen und Anstrengungen in Kauf nehmen.

 

PS: Der Baden-Marathon findet am 25. September statt! Und es gilt: Wer nicht läuft, feuert an!

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