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Stadtmarketing ist eine Philosophie – eine meist sehr kostenintensive Philosophie. Die Frage, wie man eine Stadt sympathisch vermarktet und mit einem positiven Image belegt, scheint in Karlsruhe gerade gewaltig nach hinten loszugehen!

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Das Anschreiben einer Pressemitteilung des Karlsruher Stadtmarketings von heute, Dienstag, 12. Juli 2016: “….die Wohnungsnot in Karlsruhe ist groß. Gerade für junge Auszubildende, die nach Karlsruhe kommen, ist es schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Unter dem Motto „Zieh dir die Wohnung!“ verlost die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH jetzt den Mietvertrag sowie die erste Monatsmiete für eine frisch renovierte Wohnung in zentraler Lage und schafft so einen echten Anreiz, sich für Karlsruhe als Ausbildungsort zu entscheiden.”

Nette Idee? Oder blanker Zynismus – muss man Wohnungsnot wirklich so vermarkten? Muss man die Notsituation unzähliger Studenten, Azubis, Familien, Rentner etc etc etc wirklich zu Marketingzwecken ausnutzen? Muss eine Stadt sich nicht eher schämen, dass sie es nicht schafft, genügend erschwinglichen Wohnraum für die Menschen, die in ihr leben wollen, zur Verfügung zu stellen.

Eine Mietvertragslotterie – das tut weh, das ist Stadtmarketing mehr als unglücklich. Da stellt man sich mit Schrecken die Frage: “Was kommt wohl als nächstes”?….

Ich will Euch den vollen Wortlaut der Pressemitteilung nicht verheimlichen (könnt Ihr unter dem Link laden) – entscheidet selbst, wie Ihr das findet. Vielleicht bin ich ja auch allein mit einem unguten Gefühl im Bauch und einer besorgten inneren Stimme, die mir zuflüstert, dass das keine glückliche Aktion ist, um Karlsruhe, meine Heimatstadt, in einem guten Licht zu präsentieren. Zynisch und arrogant – das fällt mir dazu ein. Eine Idee von zu gut bezahlten Marketing-Menschen, die Wohnungsnot vermutlich allenfalls aus den Medien kennen… ich find’s zum Kotzen – mit der Not Marketing zu machen…. und frage mich, wer sich das wohl ausgedacht hat und wer dafür sein OK gegeben hat….

Echt jetzt, eine Stadt, in der man sich auf eine Lotterie verlassen muss, um eine Wohnung zu bekommen – will man da wirklich hinziehen? Sollte man nicht eher mit sozialverträglichem Wohnungsbau werben, mit fairen Mieten und zumindest annähernd ausreichendem Wohnraum? (wenn man mehr Geld in Wohnungsbau als in Imagepflege investierte…)

2016_07_12_PM_Wohnung_fuer_Azubis_wird_verlost

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